Sozialismus und Freiheit – Linke Oppositionelle in Kuba unterstützen die Proteste nach Tropensturm

Kritik an der Krisenpolitik der Regierung kommt in Kuba zunehmend von links. Seit 2019 nehmen Proteste zu, die sich nicht mehr dem Einfluss rechter Exilkubaner*innen aus Miami zuordnen lassen. Afrokubanische Kunstschaffende und Intellektuelle, Menschen aus Arbeitervierteln Havannas und anderen Städten kritisieren offen eine fehlgeleitete Wirtschaftspolitik und die harte Repression und Zensur durch staatliche Behörden. Darunter sind zunehmend auch explizit linke Aktivist*innen, wie jene von „Socialistas en lucha“, die in einer Erklärung vom 01.10.2022 der kubanischen Regierung vorwerfen, aufgrund von Misswirtschaft und Fehlplanung an den dramatischen Folgen des Unwetters vom 31.08.2022 mitverantwortlich zu sein:

Die Auswirkungen eines meteorologischen Ereignisses reichten aus, um die tiefe strukturelle Krise aufzudecken, in der sich die kubanische Wirtschaft befindet, sowie die Unfähigkeit der Bürokratie, diese zu bewältigen.

Die Gruppe betont zudem, dass eine Unterstützung des kubanischen Regimes nichts mehr mit einer Bewahrung des Sozialismus zu tun hat:

Der Staatskapitalismus reproduziert nicht nur die gleichen Ungerechtigkeitsmuster wie der liberale Kapitalismus, sondern verschärft sie, indem er eine viel dekadentere und verarmtere Form darstellt. Wir demokratischen Sozialist*innen und Anarchist*innen stehen an der Seite der Menschen auf der Straße und nehmen an den Protesten teil, weil wir eine Alternative verteidigen, die von unten aufgebaut wird, von und zwischen uns allen. Wir sind der Meinung, dass die Arbeiterklasse sich stärken muss, indem sie ihre Interessen durchsetzt und die Achtung ihrer Menschenrechte und Bürgerrechte garantiert.“

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