Vortrag: Gibt es einen emanzipatorischen Linkspopulismus?

Populismus verspricht breite Bevölkerungsschichten in ein politisches Projekt der Demokratisierung elitärer Gesellschaftsstrukturen einzubinden. Insofern könnte er auf den ersten Blick emanzipatorisch wirken. Nicht nur in der rechten Variante ist jedoch auf einmal von Volk, Nation, Antagonismus, charismatischer Führung und einer zu bekämpfenden moralisch verdorbenen Elite die Rede. Gleichzeitig wird eine vereinfachte Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse geliefert, die politische Konflikte in problematischer Weise thematisiert. Chantal Mouffe ist die wohl prominenteste linke Befürworterin und Vordenkerin eines solchen Populismus. In Deutschland kann das Projekt „Aufstehen“ als ein Versuch gesehen werden, diese Vorstellung von Populismus umzusetzen.

Im Vortrag wird es darum gehen, verschiedene Aspekte des Populismus daraufhin zu untersuchen, ob sie einem emanzipatorischen Anspruch gerecht werden können. Lässt sich ein linker Populismus denken, in dem die anti-emanzipatorischen Teile des Populismus aufgegeben werden können, so dass die progressiven Anteile trotzdem zur Geltung kommen? Oder kann der linke Populismus „nur“ ein pragmatisches Projekt sein, der anti-emanzipatorische Anteile duldet und hofft, diese, nachdem der Populismus seine Arbeit getan hat, wieder los werden zu können?

Dienstag 30. Oktober, 19h, RigoRosa (Schierker Str. 26)

 

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